ZERTIFIZIERUNGEN IN BUSINESS ANALYSE UND REQUIREMENTS ENGINEERING (Teil 1)

Business-Analyse ist ein etabliertes Berufsbild. Gleiches gilt für verwandte Themengebiete wie Requirements Engineerung oder Anforderungsmanagement.
Allerdings gibt es keine Ausbildungsberufe dazu. Man kann nicht Business-Analyst (oder eine verwandte Rolle) lernen, wie man z. B. eine Ausbildung zur Bankkauffrau oder zum Schreiner absolvieren kann.

Daher stellen sich die Fragen: Wie kann ich als Business-Analyst (Anforderungsmanager, Requirements Engineer) nachweisen, dass ich mich im Themengebiet auskenne? Wie kann ich Wissen erwerben und über einen Abschluss, über ein Zertifikat nachweisen?

Was man unter Business-Analyse versteht, haben wir in anderen Blog-Artikeln besprochen (z. B. im Beitrag „Wozu gibt es eigentlich BA?“ oder in der Podcast-Folge „5 Fragen, 5 Antworten“).
In diesem Artikel schauen wir uns Gründe an, die für ein Personenzertifikat sprechen (wir gucken allerdings auch auf „Nebenwirkungen“).

Es folgen nach diesem Beitrag zwei weitere Blog-Artikel:

  • Kriterien, anhand derer man auswählen kann, welches Zertifikat (oder welche Zertifikate) das richtige für mich ist
  • sowie alles Wichtige zu den angebotenen Zertifikaten.

Hier zunächst die Gründe, die für Zertifikate in Business-Analyse bzw. Requirements Engineering sprechen (diese Gründe gelten auch für andere Personenzertifizierungen).

Pro Personenzertifikate

  • Mit einem Zertifikat weise ich Fachwissen nach: Ich kenne mich in Business-Analyse (bzw. in Requirements Engineering) aus, weiß um die Unterthemen, die Techniken, Methoden und Tools, die zum Themengebiet gehören.
  • Ich beherrsche die Fachbegriffe, weiß diese einzusortieren und zu verwenden. Die Begrifflichkeiten, die für die Zertifizierung zu lernen sind, gilt es allerdings mit den im eigenen Unternehmen verwendeten Begriffen zu vergleichen bzw. diese zu unterscheiden.
  • Die Vorbereitung auf die Zertifizierung kann ich verbinden mit einer Weiterbildung, um mein Wissen aufzufrischen, zu erweitern, zu festigen, zu reflektieren. Da wir in einer Wissensgesellschaft leben, sollte eine Weiterbildung ein wichtiges Kriterium sein.
  • Mit einem Zertifikat kann ich meinen Marktwert steigern, sowohl im eigenen Unternehmen als auch darüber hinaus: Ich kann mein Standing und Ansehen verbessern.
  • Reflexion: Ich setze mich mit der eigenen Arbeit auseinander. Ich sollte prüfen: Deckt sich das, was ich für die Prüfung lernen bzw. wissen muss, mit den eigenen Erkenntnissen, mit den eigenen Erfahrungen?

Neben den positiven Aspekten gibt es weitere Punkte. Diese Contras könnte man auch als „Nebenwirkungen“ einer Zertifizierung bezeichnen 😉

Contra Personenzertifikate

  • Für ein Personenzertifikat fällt Lernaufwand an, um die Prüfung zu bestehen. Die wenigsten von uns werden das einfach „aus dem Ärmel schütteln“ können. Wenn ich aktuell eine theoretische Führerscheinprüfung oder eine praktische Fahrprüfung absolvieren sollte, würde ich ohne Lernen durchfallen. Ich halte mich zwar für einen einigermaßen guten Autofahrer; aber eine Prüfung ist etwas anderes. Es gilt, u. a. das Fachvokabular zu kennen; es ist wichtig zu wissen, wie die Fragen aussehen und zu beantworten sind.
  • Zertifikate sind mit Kosten (Prüfungsgebühren) verbunden. Wir schauen auf die Kosten (und auf weitere Aspekte) in Teil 3 dieser Serie. Hier sei bereits die typische Spannbreite von 300-600 € erwähnt.
  • Für die Prüfung gilt es Themen zu beherrschen, die in der eigenen Praxis möglicherweise Randthemen sind. Wenn Du Dich an Deine eigene Prüfung zum Führerschein erinnerst, so hast Du gewisse Dinge gelernt, die für die Prüfung wichtig sind, die in der späteren Fahrpraxis aber eine untergeordnete Rolle spielen (zum Beispiel die Formel, um den Bremsweg zu berechnen).

Soweit meine Übersicht, was für und was gegen Personenzertifikate spricht. Einerseits habe ich versucht, ausgewogen zu sein. Andererseits hoffe ich, dass sich die „Waage“ in Richtung der Pro-Argumente neigt.

Ausblick

In den beiden folgenden Blog-Artikeln schauen wir uns Auswahlkriterien an sowie die verschiedenen Anbieter, ihre Zertifikate, die jeweiligen Voraussetzungen und Kosten, den Verbreitungsgrad der Zertifikate und einiges mehr.

Prüfungsvorbereitung

Du kannst Dich selbst auf die Prüfung vorbereiten. Oder Du lässt Dich professionell unterstützten, um bestens vorbereitet zu sein. Wir bieten Dir spezielle Prüfungsvorbereitungen an. Etwas mehr dazu in Teil 3 dieser Serie oder gleich jetzt über unseren Seminar-Schnellfinder.

Und jetzt Du 😉

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