Business-Analysten im klassischen Projektumfeld – Teil 2 der Serie „Rollen in der Business-Analyse“

Warum gibt es eigentlich Business-Analysten? Dieser Frage haben wir uns im ersten Teil dieser Reihe gewidmet. Hier ist sicherlich deutlich geworden, dass Business-Analysten eine wichtige Rolle einnehmen, da sie Brückenbauer zwischen Fachbereich und IT sind.

Nun stellt sich die Frage: Welche Rolle nimmt ein Business-Analyst in einem klassischen Projekt ein?

Generell gibt es zwei Positionen: entweder als Projektmitarbeiter oder als Projektleiter.

Soviel vorab: es kann nicht prinzipiell gesagt werden, dass eine Positionierung in die eine oder andere Richtung besser ist. Es kommt auf den Kontext und auch die strategische Bedeutung eines Projektes an.

Grundsätzlich ist ein Business-Analyst als Projektmitarbeiter dafür verantwortlich, dass die Anforderungen ermittelt, analysiert und dokumentiert werden. Sofern es im Vorfeld einen Business-Case gibt, sollte der Business-Analyst auch an der Erstellung desselbigen mitwirken. Generell verlangen die Aufgaben eines Business-Analysten eine hohe Sozial– und Methodenkompetenz. Hierzu gehören u.a. Moderations– und Konfliktlösungsfähigkeit, genauso wie Prozessorientierung und analytisches Denken.

In klassischen Vorgehensmodellen (z. B. nach Wasserfall-Methode) werden die künftigen Aufgaben bzw. Arbeitspakete vergleichsweise ausführlich vorab geplant, darunter auch die Aufgaben der Business-Analyse. Es werden die Inhalte der Aufgaben beschrieben, Dauer und Termine festgelegt. Wenn der Business-Analyst dann die Rolle der Projektleitung einnimmt, erweitert sich logischerweise sein Aufgabenspektrum. Je nach Umfang des Projektes bietet sich dann ein Lead-Business-Analyst – für die Projektleitung – an, der eher strategische Aufgaben der Business-Analyse übernimmt, und ein Team von Business-Analysten, welches die operative Anforderungsermittlung und -dokumentation durchführt.

Empfiehlt es sich generell, dass auf der Ebene der Projektleitung auch Business-Analyse-Kompetenz verankert wird? Weil in jedem Projekt Anforderungen ermittelt werden, könnte man zu dem Schluss kommen: ja. Hiervon sollte man aber Abstand nehmen. Da ein Business-Analyst grundsätzlich eine „neutrale“ Rolle einnehmen soll, insbesondere hinsichtlich der Priorisierung von Anforderungen, kann beim Zusammenfallen seiner Rolle mit der Projektleitung ein Rollenkonflikt entstehen. Diesen gilt es zu vermeiden. Ferner ist nicht jeder Business-Analyst zugleich auch der beste Projektleiter.

Wenn das Projekt etwas sehr Neuartiges und Komplexes erarbeitet und die strategische Bedeutung für das Unternehmen sehr hoch eingestuft wird, empfiehlt es sich, den Business-Analysten auch zum Projektleiter zu machen, damit mit hoher Expertise die richtigen Anforderungen priorisiert und umgesetzt werden. Andernfalls ist auch eine Mitarbeit auf Projektmitarbeiter-Ebene vollkommen ausreichend.

Falls es sich um ein agiles Projekt handelt, ergeben sich bzgl. der Rollenausübung andere Konstellationen, die wir im dritten Teil betrachten.

Einen Vergleich zwischen Projektmanagement und Business-Analyse bzw. zwischen Projektleiter und Business-Analyst lesen Sie in diesem Artikel.

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